Fette

Im Gegensatz zu den Mikronährstoffen oder Spurenelementen, die nur in kleiner Menge aufgenommen werden müssen, sind die Makronährstoffe in größerer Menge nötig. Zu ihnen gehören die Proteine bzw. Eiweiße, die Kohlenhydrate oder die Fette, die auch als Lipide bezeichnet werden. Sie stellen quasi den Treibstoff dar, aus dem der Organismus seine Energien bezieht. Der Organismus kann diese Stoffe speichern, um Energiereserven anzulegen. Interessant ist hierbei der katabolische Stoffwechsel, bei dem solche Stoffe nach Bedarf weiter zerlegt werden, um Energie zu liefern. Im anabolischen Stoffwechsel hingegen können sie als Grundlage für die Bildung neuer Moleküle dienen.

Der Makronährstoff “Fette” steht für Energie

Prinzipiell ist Fett also lebensnotwendig – die Frage ist nur, in welcher Menge und Qualität. Wie man am Messwert für Fett und andere Stoffe in Lebensmitteln – den Kilokalorien – feststellen kann, sind unsere industriell hergestellten Lebensmittel enorm fettbelastet und enthalten Unmengen an Zucker. Der Makronährstoff “Fette” hat nämlich eine besondere Eigenschaft: Fett intensiviert Aromen und Geschmacksstoffe. Der hohe Energiegehalt industriell hergestellter Nahrung lässt sich damit erklären: Man setzt billige Speisefette zu, damit es besser schmeckt. Der natürliche Fett- und Energiegehalt von Grundnahrungsmitteln wie Brot, Kartoffeln oder Gemüse ist deutlich niedriger. Durch die moderne Ernährung, die alles andere als gesund ist, entsteht eine Situation, in der wir von einigem zu viel aufnehmen, von anderem dagegen zu wenig und das Falsche. Wir verzehren deutlich zu viel Süßes, Salziges und Fettes. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind dagegen in der Fast-Food-Generation Mangelware geworden. Der physiologische Brennwert, der den tatsächlichen Energiegehalt besser angibt als die Kilokalorie, ist bei Fett mehr als doppelt so hoch wie bei Kohlenhydraten. Paradox ist, dass unsere Fettdepots zwar prinzipiell zur Energiegewinnung dienen – aber wenn wir zu viele davon haben, Energielosigkeit wegen zu großer Körperfülle die Folge ist. Chronischer Bewegungsmangel und zu viele Fettdepots im Körper erhöhen außerdem das Herzinfarktrisiko.

Der Makronährstoff Fette im Detail

Lipide sind als chemische Verbindung recht kompliziert. Darüber hinaus ist Fett nicht gleich Fett. Die Fettsäuren, aus denen Fette bestehen, unterscheiden sich in der Qualität. Bestimmte Fette sind für den Organismus wertvoll, andere dagegen wertlos. Man unterscheidet zum einen je nach der Zahl der Kohlenstoffatome in kurzkettige, mittelkettige und langkettige Fettsäuren. Zum anderen aber ist der Sättigungsgrad der Fette ein relevanter Indikator für ihren Wert. Tierische Fette enthalten gesättigte Fettsäuren, aus denen wir Energien beziehen. Wertvoller sind aber die einfach ungesättigten Fettsäuren. Sie stammen aus pflanzlichen Ölen. Noch höher im Wert für den Organismus hat man die mehrfach ungesättigten Fettsäuren einzuschätzen. Stellvertreter dafür sind bei Omega 3 und 6 Fettsäuren aus Fischöl, Raps- oder Olivenöl. Alle drei Fettarten können als Speicherfette in Körperdepots eingelagert werden. Wissen muss man auch, dass einige der mehrfach ungesättigten Fettsäuren essentiell, also lebensnotwendig sind. Generell sollte die Nahrung mehrheitlich pflanzliche Fette beinhalten, da diese frei von Cholesterin sind. Ihr Reichtum an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist wertvoll. Gehärtete Industriefette sowie billige Margarinen sind negativ einzuschätzen. Wenn man sie durch fetthaltige Lebensmittel wie Nussmuse, Avocado oder Tofuaufstriche ersetzen würde, könnte man gesünder leben. Die Leber würde deutlich entlastet und der Makronährstoff Fette würde in deutlich besserer Qualität zugeführt. Stattdessen verzehren wir aber viele versteckte Fette, die höchst minderwertig sind. Solche Fette transportieren kaum noch lebenswichtige Nährstoffe, die fettlöslich sind, sondern nur noch den Geschmack.

Gesund ist etwas anderes

Eine überaus wichtige Eigenschaft hochwertiger Fette ist, dass in ihnen fettlösliche Vitamine in den Körper geschleust werden können. Industriell hergestellte Nahrung, in der Fette verarbeitet werden, enthält in der Regel aber keine Vitalstoffe. Sie besteht weitgehend aus Zucker, Fetten, Füllstoffen, Aromen, ausgemahlenem Getreide und Zutaten aus dem Chemiebaukasten, die der Struktur, Textur und dem “Mouth Feeling” des Nahrungsmittels dienen. Hochwertige Fette kommen in “veredelter Nahrung” kaum vor. Das hat sogar einen guten Grund: Je hochwertiger und ungesättigter das Fett ist, desto leichter oxidiert es. Freie Radikale können ihm schaden. Daher verwendet man Fette, denen nichts etwas anhaben kann, die aber aus ernährungsphysiologischer Sicht schädlich, weil nutzlos, für den menschlichen Organismus sind. Nicht nur das. Aus dem wertvollen Makronährstoff Fette wird durch die massenweise Verwendung und die zu hohe Aufnahme billiger Industriefette ohne ernährungsphysiologischen Wert ein Gesundheitskiller. Die Menschen werden dick, sie bewegen sich immer weniger und sie essen suchtartig das Falsche, weil es durch den Zusatz von billigen Industriefetten so gut schmeckt.